Vielleicht kennst du das ja auch: du bist gerade auf einer Party und vor dir ist die eine Person die du die ganze Zeit schon ansprechen wolltest.
Aber du zögerst. Denn da kommen sie wieder, diese Gedanken!
„was ist wenn ich etwas falsches sage?“, „was ist wenn ich abgelehnt werde?“
Und mit diesen Gedanken breitet sich langsam die Angst in der Magengegend aus.
Die Angst vorm Scheitern.

Wen wir uns nun aus Angst in unser Schneckenhaus zurückziehen, verpassen wir Chancen.
Wir sprechen die Person nicht an, die wir gerne kennenlernen würden.
Wir ärgern uns darüber, den Mut nicht gefasst zu haben.
Und wir gewöhnen uns daran, aus Angst vor Fehlern, bloß kein Risiko einzugehen.

Scheitern als Chance

Während vor allem in unserer Leistungsgesellschaft das Scheitern noch oft als ein Makel angesehen wird, haben andere Länder, eine ganz andere Einstellung zu diesem Thema.
In Israel zum Beispiel gilt es nicht als Schwäche, wenn der Lebenslauf mehrere abgebrochene Ausbildungen oder gescheiterte Gründungsvorhaben aufweist.

„Der Pessimist sieht in jeder Chance eine Bedrohung, der Optimist in jeder Bedrohung eine Chance.“

Dort wird gesagt, dass das Scheitern ein ganz natürlicher Prozess ist, da Misserfolge nun mal zum lernen dazu gehören.
Und mit diesem Gedanken, liegen sie -logischerweise- gar nicht mal so falsch.
Was heißt es also, wenn etwas nicht funktioniert?
Was könnte es bedeuten, wenn du deine Schüchternheit überwinden möchtest und du an einer Stelle nicht mehr weiterkommst?

In meiner Welt sehe ich immer einen kleinen Helden vor mir, der sich seinen Weg durch ein Pacman-ähnliches Labyrinth durchschlägt.
Nur, dass er nach jedem gescheiterten Versuch mit weiteren Waffen und Tools ausgestattet wird und immer besser wird.
Er wächst an seinen Erfahrungen und Erlebnissen.
Wie soll er sonst zum Ziel kommen, wenn nicht durchs Probieren und Forschen?

Doch wie gehe ich nun mit Misserfolgen und Fehlern richtig um?

Mal angenommen du hättest die Person auf der Party angesprochen und direkt einen Korb bekommen.
Was nun?

„Schwäche zeigen zu können, bedeutet Stärke!“

Wichtig ist es, den Fokus auf das Ziel zu lenken. Was möchtest du grundsätzlich erreichen?
Möchtest du die Schüchternheit überwinden? Möchtest du ins Flirten kommen? Möchtest du generell einfach mit Menschen ins Gespräch kommen?
Es geht nicht darum, nur zu schauen was alles schlecht lief. Es geht darum sich die Frage zu stellen.
Suche daher weniger nach den Fehlern – sondern suche nach der Lösung.
„Was hätte anders sein können?“,
„Wie soll es beim nächsten mal sein, um mein Ziel noch besser zu erreichen?“

Und dann heißt es wieder: probieren, probieren, probieren.

Das Feedback-Buch

Ich zum Beispiel habe mir ein kleines Feedback-Buch zugelegt um in bestimmten Bereichen am schnellsten und effektivsten besser zu werden.
Übrigens eine super Möglichkeit, spielerisch die Kritikfähigkeit zu verbessern.
Wenn ich Kritik bekomme oder selber Fehler wahrnehme, dann schreibe ich den Punkt auf und direkt daneben eine Möglichkeit (1.) wie es besser sein könnte und (2.) wie ich es auch umsetzen kann.

Mal angenommen der Kritikpunkt wäre: „sich nicht zu trauen, Menschen in die Augen zu schauen.“
Dann schreibe ich als Lödungsvorschlag beispielsweise: „in den nächsten Gesprächen für mindestens 3 Sekunden (innerlich leise mitzählend) den Blick zum Gegenüber halten.

„Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.“
(Henry Ford)

Mein Feedback-Buch habe ich mittlerweile richtig lieb gewonnen. Ihm sind einige Erfolge zu verdanken und ich nutze es beim Coaching sowie für private Angelegenheit. Wenn man gezielt mit seinen Fehlern arbeitet, diese als Hinweise wahrnimmt und dann nach der Lösung schaut, werden Ziele sehr schnell erreicht.

Ok nochmal zusammen gefasst:

Wie gehe ich mit Fehlern um und wie erreiche ich am schnellsten und effektivsten meine Ziele?
In dem ich …

  • Fehler nicht ignoriere sondern bewusst wahrnehme
  • sie als wertvolle Hinweise betrachte, etwas noch besser zu machen!
  • lösungsorientiert denke und mir mein Ziel vor Augen halte.
  • mir die richtigen Fragen stelle: „wie genau kann ich es besser machen?“
  • neugierig und forschend an die Dinge herangehe.

Wenn du anfängst dein Misslingen als etwas Nützliches anzusehen, dann kannst du daraus lernen und immer besser werden. Deshalb: Scheiter heiter!

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