Wenn wir von etwas eine eigene Meinung haben, dann sind wir erstmal überzeugt davon, dass diese die Wahrheit ist.Wir äußern uns mit einer selbstbewussten Klarheit und präsentieren unseren Standpunkt. Mal angenommen, wir sind auf einer Betriebsfeier, auf die wir absolut keine Lust haben und uns unwohl fühlen. Dann könnten wir eine Aussage treffen wie:
„Die anderen mögen mich sowieso nicht.“ oder „Ich bin nun mal schüchtern.“
In dem wir das tun, unterstellen wir, dass es grundsätzlich so ist.

Wir meißeln den Gedanken in Stein und machen ihn unbeweglich.

Das ist der Grund weshalb wir engstirnig werden oder nicht vorwärtskommen, obwohl wir etwas verändern wollen. Doch könnte es sein, dass die Dinge anders sind, als sie scheinen? Ist es möglich, dass wir uns dadurch verschließen und selbst im Weg stehen?Daher ist es sinnvoll, die eigenen Gedanken zu hinterfragen und sich bewusst zu machen, dass diese oft nicht wahr sind.

Neulich beim Coaching, hatte ich ein Gespräch mit einer jungen Frau, die sich damit schwer tat, aus dem Knick zu bekommen. Sie wünschte sie sich mehr Motivation um ihre beruflichen Angelegenheiten zu klären.
Nun erzählte sie mir, dass es eigentlich an etwas Körperlichen liegen muss, da sie morgens nicht aus dem Bett kommt und ständig müde ist. Ärzte fanden keinerlei Probleme. Sie erzählte, dass sie kaum Zeit habe, da sie ständig Freunden helfen muss und darüber hinaus auch viel zu tun hätte.
So versuchte sie weiterhin Erklärungen zu finden, die ihr bisheriges „nichts tun“ rechtfertigen sollten.
Ich hörte erst mal zu und stellte nach einer Weile eine einzige simple Frage:

„Ist das wahr?“

Sie schaute mich etwas unglaubwürdig an und sagte kurz nichts.
Ich stellte wieder die Frage:

„Kannst du mit absoluter Sicherheit sagen, dass das wahr ist?“

Eine Weile lang Stille. Nun sah man eine Veränderung in ihren Augen und es passierte das, was passieren sollte. Sie wirkte unsicher und fing an ihre Gedanken zu hinterfragen.
Das war der Moment, in dem sie aufhören konnte nach „Ausreden“ zu suchen.

 

Wenn wir ein Bewusstsein für die Wahrhaftigkeit unserer Gedanken entwickeln, können wir beginnen Eigenverantwortung zu übernehmen. Wir bringen den Ball ins Rollen und lassen Veränderungen zu.

Tipp 1: Das richtige Training:

Übe dir das Hinterfragen anzugewöhnen. Das tust du, in dem zum Beispiel auch Freunden öfter die Frage stellst, wenn sie eine voreilige Äußerung über bestimmte Dinge treffen. Du wirst sofort merken, welchen Effekt das Hinterfragen haben kann.

Beispiel:
Sie: „Auf der Party hier gibt es nichts, was mir Spaß machen könnte.“
Du: „Ist das wahr, bist du dir da sicher?“ (Pause)
Sie: Verwirrung
Du: „Gibt es wirklich nichts, was dir hier Spaß machen könnte?“
Sie: „Naja, die Musik ist zumindest ganz ok…“
Und nun wird sie ihre eigene Aussage wiederlegen.

Tipp 2: Hinterfrage die Bedeutung, die du den Dingen gibst!

Hier geht es um die Vorurteile gegen einen selber.
-Weil ich mich heute nicht getraut habe, jemanden anzusprechen, bedeutet es, dass ich ein Looser bin.
-Weil ich nie weiß was ich sagen soll, bedeutet es, dass ich langweilig bin.
Wir geben Dingen oft voreilig eine Bedeutung. Manchmal führt dies jedoch zu schlechten Emotionen. Dabei ist die Bedeutung nur ein Glaube, der nicht immer wahr sein muss.
Wie viel entspannter könntest du durch dein Leben schreiten, wenn du dir bewusst machst, dass die Dinge auch eine ganz andere Bedeutung haben könnten?

Wenn du öfter deine eigenen Sichtweisen und Aussagen hinterfragst, wirst du bemerken, dass du öfter voreingenommen bist, als du glaubst.
Mit dieser Erkenntnis wirst du langfristig entspannter sein, Ängste abbauen können und grundsätzlich gelassener durch das Leben schreiten können.

 

Also, was ist der nächste logische Schritt?
Beginne schon heute auf deine Gedanken zu achten.
Beobachte doch einfach mal, in der nächsten Stunde deine Gedanken. Welche Aussagen triffst du über dich, über andere und über die Situation? Stelle dir dann die Frage: „Ist der Gedanke mit 100%iger Wahrscheinlichkeit wahr?“
Schreibe dir auf, wie oft du du mit einem Ja antworten kannst und überrasche dich selbst.

 

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